MOSCHEEBAU IST EINE BEREICHERUNG UND EIN ZEICHEN FÜR WELTOFFENHEIT UND TOLERANZ

Pressemitteilung des Bündnisses

Der geplante Bau der Moschee für die Ahmaydiyya-Gemeinde in Erfurt-Marbach ist eine Bereicherung für die religiöse Landschaft in Thüringen. Das unterstreicht das Bündnis „Mitmenschlich in Thüringen“. Das Bündnis unterstützt das Anliegen der muslimischen Gemeinde, ein eigenes Gotteshaus zu errichten. Das Grundgesetz garantiert die Religionsfreiheit in Artikel 4, Absatz 1 und 2. Dort heißt es: „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“ Diese Religionsfreiheit muss nach Ansicht des Bündnisses entschieden gegen alle islamophoben Argumentationen verteidigt werden. Das Bündnis hatte schon in seinem Gründungsaufruf dazu ermutigt, „populistischen, rechtsextremen, antisemitischen, islamophoben, antizganistischen, homophoben und anderen menschenfeindlichen Parolen, also jeder Art von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit zu widersprechen und entgegenzutreten.

Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit müssen jeden Tag neu gelebt werden, unterstreicht das Bündnis. Gerade in der aktuellen Debatte um den Moscheebau sei es notwendig, sich von jenen zu distanzieren, denen das Bauprojekt als Vorwand dient, ihre islamfeindlichen Parolen zu verbreiten.

Der Bau einer Moschee in Erfurt ist für das Bündnis ein deutliches Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz in Thüringen – Ziele, die das Bündnis seit seiner Gründung im vergangenen Jahr entschieden vertritt. Für das Bündnis ist es eine Selbstverständlichkeit, dass jede Religionsgemeinschaft das Recht auf einen eigenen Raum zum Beten hat. Außerdem verweist das Bündnis darauf, dass die Glaubensgemeinschaft der Ahmadiyya den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts hat. Ausdrücklich distanziert sich die Ahmadiyya-Gemeinde von jeder Gewalt. Das Motto der Ahmadiyya-Bewegung betont deren Friedfertigkeit und lautet: „Liebe für alle – Hass für keinen“. Imam Saeed Ahmad Arif hatte das auch in seiner eindrucksvollen Rede bei der Großkundgebung des Bündnisses am 9. November vergangenen Jahres unterstrichen.

Positiv wertet das Bündnis auch die Offenheit und Transparenz, mit der die muslimische Gemeinde das Projekt in Erfurt-Marbach betreibt und ermuntert die Gemeinde, auf diesem Weg der offenen Informationspolitik fortzufahren, um den Menschen das Projekt zu erklären und möglichen Sorgen frühzeitig entgegenzutreten.

Das Bündnis begrüßt ausdrücklich, die positiven Stellungnahmen der katholischen und evangelischen Kirche sowie der Jüdischen Landesgemeinde zum Moscheebau. Die evangelische Landesbischöfin Ilse Junkermann hatte den Moscheebau ebenso wie der Islambeauftragte des Erfurter Bistums, Hubertus Staudacher begrüßt. Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, hat die Hoffnung, dass mit dem Moscheebau die „gute Zusammenarbeit zwischen den Religionsgemeinschaften in Thüringen noch weiter vertieft werden kann.“

Zum Bündnis „Mitmenschlich in Thüringen“ gehören unter anderem Vertreterinnen und Vertreter von Sozialverbänden, Arbeitgebern, Gewerkschaften, evangelischer und katholischer Kirche, jüdischer Landesgemeinde und muslimischer Gemeinde, Linke, Grüne, SPD, Landes- und Kommunalpolitiker, Bürgerbündnisse, die Konferenz Thüringer Studierendenschaften, die Landesschülervertretung, der Landessportbund, der Landesfeuerwehrverband und der Landesjugendring.

Veröffentlicht am Di, 05/17/2016 - 14:05